Kaufentscheidung Kompaktkameras

Kompaktkameras erfreuen sich gerade aufgrund ihrer geringen Größe einer solchen Beliebtheit. Klein und handlich passen sie in nahezu jedes Handtäschen und auch Hosen oder Hemden werden nicht mehr zwingend unschön ausgebeult. Gerade für den Urlaub sind kompakte Maße von Vorteil. Wer möchte schon viel gepäck mit sich herumtragen, wenn er die Pyramiden besichtigt?

Doch leider geht meist mit einer geringen Größe auch eine mindere Qualität einher. Viele Kameras weisen eine hohe Megapixelzahl auf, doch diese ist nicht allein entscheidend und wird von Herstellern teilweise als Blendwerk genutzt.. Denn einen Kompaktkamera ist gewissermaßen ein Mannschaftssport. Neben den Megapixel spielen für die Bildqualität auch der Bildsensor und das Objektiv eine wichtige Rolle. Da die Pixel sich auf dem Bildsensor befinden, darf dieser nicht zu klein sein, was er aber bei einer zu kompakten Abmessung zwangsläufig gerät.

Daher geben wir folgende Hinweise, die beim Kauf einer Kompaktkamera zu beachten sind.

  1. Beim Kauf sollten Sie sich schon für ein neueres Modell entscheiden, denn die Entwicklung bei Kompaktkameras schreitet sehr schnell voran
  2. Greifen Sie nicht zu zu kleinen Kameras, sondern neben lieber wenige Zentimeter mehr in Kauf, die Bildqualität wird es Ihnen danken. Falls eine sehr kompakte Kamera Sie eher anspricht, schrauben Sie die anvisierte Megapixel-Zahl herunter. Viel hilft nicht viel!
  3. Um Entferntes ranzuholen, ist eine Zoomfunktion unerlässlich. Wichtigstes Mittel ist  hierbei der optische Zoom. Standardmäßig ist dieser 3fach, doch darf er ruhig höher sein. Über das Ausmaß gibt die Brennweiten-Angabe Auskunft. Je niedriger die erste Zahl und desto höher die letzte Zahl, desto weiter ist der Blickwinkel. Der digitale Zoom ist eher zu vernachlässigen und sollte nur in Maßen eingesetzt werden, da er die Bildqualität schmälert.
  4. Jede neue Kompaktkamera wird mittlerweile mit einem LCD Display angeboten, auf dem man sich seine Meisterwerke betrachten kann. Viele Hersteller verwenden immer größere Displays ohne aber die Auflösung anzupassen. Dadrunter leidet die Bildqualität. Achten Sie auf eine angemessene Auflösung und eine hohe Anzahl an Bildpunkten. Einige Kameras lassen sich auch per Touchscreen (ähnlich wie beim iPhone 4) bedienen, testen Sie im Vorfeld, ob Sie mit diesem Handling zurechtkommen, sonst werden die Bilder mit der besten Kamera nichts.
  5. Verwackelte Bilder sind unschön, aber Realität. Daher verpassen viele Hersteller ihren Kompaktkameras Bildstabilisatoren. Die kostengünstigste Variante ist der digitale Bildstabilisator, doch leider taugt dieser nicht sonderlich viel. Durch die Erhöhung des ISO Wertes verkürzt er die Belichtungszeit und somit das Risiko zum Verwackeln. Besser sind optische oder mechanische Bildstabilisatoren. Bei den optischen sorgen  bewegliche Linsen bei Bewegungen für einen Ausgleich. Eine Bewegun des Bildsensors erfolgt als Gegenbewegung bei den mechanischen Bildstabilisatoren.
  6. Achten Sie darauf, dass Ihre Kamera Ihnen nicht zu viel abnimmt. Automatische Einstellungen bei ISO-Werten und Motivprogrammen schön und gut, doch sollten Sie diese auch manuell einstellen können und den Gegebenheiten bei Belieben und Bedarf selber anpassen.
  7. Auf den internen Speicher müssen Sie nicht achten, denn dieser ist erfahrungsgemäß bei allen Kompaktkameras gering. Augenmerk sollte auf der Kompabilität zu den Speicherkarten liegen. SD-Karten speichern nur bis zu 2 GByte, während SDHC-Karten bis zu 32 GByte Daten speichern können. Wie bereits angedeutet vermag nicht jede Kompaktkamera SDHC Karten zu lesen.
  8. Die meisten Kompaktkameras zeichnen auch Videos auf, in Anbetracht des HD-TV Zeitalters sollten diese Aufnahmen in HD-Qualität aufgezeichnet werden. Voll ausgeschöpfen können Sie dies dann, wenn die Kompaktkamera Ihrer Wahl auch noch eine HDMI Schnittstelle parat stellt.
  9. Wichtiger Punkt ist natürlich auch die Stromversorgung. Akku oder Batterie? Beides hat seine Vor- wie auch Nachteile. Batterien können problemlos (auch in der freien Natur!) ausgetauschte werden und der Fotografier-Spaß kann in die nächste Runde gehen. Akkus sind natürlich umweltfreundlicher und wenn Sie einen Ersatzakku in der Tasche haben, können Sie auch mit diesem sofort weiterknipsen. Aber dies ist mit höheren Anschaffungskosten verbunden. Festeingebaute Akkus mögen einem ein paar Stolpersteine in den Weg legen, benötigt die Kompaktkamera doch auf jeden Fall eine externe Stromquelle.
  10. Weniger entscheidend, aber dennoch nicht völlig zu vergessen ist natürlich die Optik. Viele Kompaktkameras gibt es in den verschiedensten Farben, sodass die Alleinherrschaft der schwarzen und grauen Kompaktkameras gebrochen ist. Mit der richtigen Farbe wird Ihre Kompaktkamera zu einem regelrechten Accessoire.

Wie Sie sehen, gibt es eine Vielzahl an Punkten und Kriterien, die Sie vor beziehungsweise zumindest beim Kauf einer Kompaktkamera beachten müssen. Für die Bildqualität lohnt es sich immer ein paar Euros mehr draufzulegen. Je nach eigenem Schwerpunkt gilt dies natürlich auch für die Optik. Aber wenn Sie dann Ihre Entscheidung getroffen haben, hoffen wir, dass Sie sie nicht bereuen. Gut Schuss!